Sonntag, Dezember 04, 2016

Song Essential



Sarah Lesch: Testament
"[...]
Ihr Traumverkäufer, Symptomdesigner
Merkt ihr noch, was passiert?
[...]
Ihr großen, vernarbten, hilflosen Riesen
Ihr wart doch auch mal klein
Und jemand hat euch mit Schweigen gestraft
Und ließ euch darin allein
Und jetzt hört ihr nicht nur die Götter nicht lachen
Ihr hört auch ihr die Kinder nicht weinen
Und sagt ihnen weiter, es würde nicht wehtun
Ohne es so zu meinen
Macht ihr ruhig Pläne, ich steh am Rand
Ich sehe euch und ich bin nicht allein
Hinter mir stehen mehr und mehr Weltfremde
Die passen auch nicht hinein
Und jetzt wartet nicht auf ein versöhnliches Ende
Den Gefallen tu ich euch nicht
Kein Augenzwinkern, keine milde Pointe,
Die das Unwohlsein wieder bricht
Irgendwann werden die Götter nicht mehr lachen
Und falls es mich dann nicht mehr gibt
Hinterlass ich ein Kind, das sich selbst gehört
Und dies unhandliche Lied"

Samstag, Dezember 03, 2016

Geist und Seele wird verwirret

Da draußen gibt es eine Menge Dinge, die versuchen, uns runter zu kriegen.

Stress, Schnelllebigkeit, Dauerunterbrechungen (Werbung, Handy, Socialmedia), Effizienzzwang, Milestonedruck, Sinnlosigkeit des Jobs, Hiobsbotschaften der Sensationspresse usw. erlauben uns nicht, zu uns selbst zu finden.

Der eine landet in einer Depression, die andere im Burnout etc. - trotzdem suchen die meisten, den Grund in ihnen selbst.

Ich denke, es ist heutzutage für viele Menschen nicht leicht, langfristig eine Balance zu finden.

Ein wichtiger Punkt ist für mich, dass man sich einen Schutzschild- / Reinigungsmodus einfallen lässt, den man sich regelmäßig gönnt. Meditation, Laufen, Musikhören, etc. -was auch immer- dies sollte jeder selbst herausfinden.

Mein Schutzschild- / Reinigungsmodus.
(foto: icks)

Noch ein Zitat:
"Jüngste Zahlen der Weltgesundheitsorganisation zeigen, dass in den Industriestaaten seelisches Leid die größte Gesundheitsgefahr im 21. Jahrhundert sein wird. 2020 werden psychische Leiden, nach Herz-Kreislauferkrankungen, an zweiter Stelle liegen."
Dr. Andrea Kdolsky, Enquete "Klinisch-psychologische und gesundheitspsychologische Behandlung bei Prävention und Versorgung psychischer Erkrankungen - Luxus oder State of the Art".


Song essential: 
Geist und Seele wird verwirret, J.S. Bach, BWV 35, Sinfonia

Buch essential:
Sensibel kompetent - Zart besaitet und erfolgreich im Beruf, Marianne Skarics

Montag, November 28, 2016

Verbunden

Wir sind nicht mehr getrennt.

Stencil Graffiti gesehen auf einer Kinderspielbrücke
am Bennoplatz in Wien (foto: icks).

Sonntag, November 06, 2016

Philosophisches Gedankenexperiment

Heute ein philosophisches Gedankenexperiment, das mir sehr gefällt.
(Foto von Wilfried Mörtl, mit freundlicher Genehmigung.)
The Egg
Von: Andy Weir  (mit freundlicher Genehmigung auf diesem Blog)
Übersetzung: Stefan Zisting

"Du warst auf dem Heimweg als du gestorben bist.
Es war ein Auto-Unfall. Nichts speziell bemerkenswertes, aber dennoch tödlich.
Du hast eine Frau und zwei Kinder hinterlassen. Die Notärzte haben ihr Bestes gegeben, um Dich zu retten, aber ohne Erfolg.
Dein Körper war so zerschmettert, dass Du so ohnehin besser dran bist, vertrau mir.
Und dann hast Du mich getroffen.
“Was… ist passiert?” Hast Du gefragt. “Wo bin ich?”
“Du bist gestorben.” Sagte ich, faktisch gesprochen. Kein Grund für Schön-Rederei.
“Da war ein… ein LKW der ins Schleudern geraten ist…”
“Ja” sagte Ich.
“Ich … ich bin tot?”
“Ja. Aber mach Dir nichts daraus. Jeder stirbt.” sagte Ich.
Du hast Dich umgeschaut. Da war Nichts. Nur Du und Ich. “Wo sind wir hier?” Hast Du gefragt. “Ist das hier das Leben nach dem Tod?”
“Mehr oder weniger” sagte Ich.
“Bist Du Gott?” Fragtest Du.
“Ja.” Erwiderte Ich. “Ich bin Gott.”
“Meine Kinder… meine Frau” sagtest Du.
“Was ist mit Ihnen?”
“Geht es Ihnen gut?”
“Genau das sehe ich gerne” sagte Ich “Du bist gerade gestorben und Deine Hauptsorge gilt Deiner Familie. Das ist eine gute Sache.”
Du sahst mich mit Faszination an. Für Dich sah ich nicht aus wie Gott. Ich sah aus wie irgendein Mann. Oder wahrscheinlich eine Frau. Vielleicht wie eine undeutliche Autoritätsperson. Mehr wie ein Grundschullehrer als wie der Allmächtige.
“Mach Dir keine Sorgen,” sagte Ich “Mit Ihnen wird alles gut. Deine Kinder werden sich an Dich als umfassend perfekt erinnern. Sie hatten keine Zeit, Dich geringzuschätzen. Deine Frau wird nach außen hin weinen, aber heimlich erlöst sein. Um fair zu sein, deine Ehe war dabei auseinanderzufallen. Wenn es Dir ein Trostpflaster ist, sie wird sich sehr schuldig fühlen, dass sie sich so erlöst fühlt.”
“Oh,” sagtest Du. “Also, was passiert jetzt? Komme ich in den Himmel oder in die Hölle oder irgendwas?”
“Nichts dergleichen,” sagte Ich. “Du wirst reinkarniert.”
“Ah,” sagtest Du. “Dann hatten also die Hindus recht.”
“Alle Religionen haben auf ihre eigene Weise Recht” sagte Ich. “Geh mit mir ein Stück.”
Du folgtest mir als wir durch die Leere spazierten. “Wo gehen wir hin?”
“Nirgendwo spezielles,” sage Ich “Es ist einfach nett ein bisschen zu laufen, während wir sprechen.”
“Also, worum geht´s überhaupt?” Fragtest Du. “Wenn ich wiedergeboren werde, bin ich ein unbeschriebenes Blatt, oder? Ein Baby. Also werden alle meine Erfahrungen und alles was ich in meinem Leben getan habe, nicht von Bedeutung sein.”
“Nein!” sagte Ich. “Du trägst alles Wissen und Erfahrungen von all Deinen vergangenen Leben in Dir. Du erinnerst Dich jetzt einfach nicht an sie.”
Ich hielt an und fasste Dir an die Schulter “Deine Seele ist großartiger, schöner und gigantischer als Du Dir irgendwie vorstellen könntest. Ein menschlicher Geist kann nur einen winzigen Teil von dem erfassen, was er ist. Es ist als ob man seinen Finger in ein Glass Wasser steckt, um zu sehen ob es heiß oder kalt ist. Du steckst einen winzigen Teil von Dir selbst in das Gefäß, und wenn Du ihn wieder herausziehst hast Du alle Erfahrungen davon erhalten.”
“Du warst die letzten 48 Jahre in einem Menschen, also hast Du Dich noch nicht ausgebreitet und den Rest Deines immensen Bewusstseins gefühlt. Wenn wir lange genug hier bleiben würden, würdest Du anfangen Dich an alles zu erinnern. Aber darin liegt kein Sinn, dass zwischen den Leben zu tun.”
“Wie oft wurde ich denn bereits reinkarniert?”
“Oh, viele Male. Viele, viele Male. Und in vielen verschiedenen Leben.” sagte Ich. “Dieses mal wirst Du eine chinesische Bäuerin, 540 n. Chr.”
“Warte, was?” hast Du gestammelt “Du schickst mich zurück in der Zeit?”
“Nunja, technisch gesehen, schon. Zeit, so wie Du sie kennst, existiert nur in Deinem Universum. Die Dinge laufen anders, da wo ich herkomme.”
“Wo kommst Du her?” Sagtest Du.
“Also sicherlich,” Erklärte Ich “Komme ich irgendwo her. Irgendwo anders. Und es gibt andere wie mich. Ich weiß Du möchtest wissen, wie es dort ist – aber ehrlich gesagt würdest Du es nicht verstehen.”
“Oh,” sagtest Du, etwas niedergeschlagen. “Aber warte mal. Wenn ich wiedergeboren werde, zu anderen Plätzen in der Zeit, könnte ich doch irgendwann mal mit meinem selbst interagiert haben?”
“Klar. Passiert ständig. Und dadurch, dass beide Lebensspannen nur über sich selbst bewusst sind, würdest Du gar nicht wissen dass es passiert.”
“Und was ist dann der Grund für das alles?”
“Ernsthaft?” frage Ich. “Ernsthaft? Du fragst mich nach dem Sinn des Lebens? Ist dass nicht ein bisschen stereotypisch?”
“Nun, es ist eine angemessene Frage”
Ich sah Dir in die Augen. “Der Sinn des Lebens, der Grund warum ich dieses ganze Universum erschaffen habe, ist damit Du heranreifst.”
“Du meinst die Menschheit? Du willst das wir reifen?”
“Nein, nur Du. Ich habe dieses gesamte Universum für Dich erschaffen. Mit jedem neuen Leben dass du lebst, reifst Du heran und wirst zu einem größeren und großartigeren Intellekt.”
“Nur Ich? Was ist mit allen anderen?”
“Es gibt keine anderen” sagte Ich. “In diesem Universum gibt es nur Dich und mich.”
Du starrst mich leeren Augen an. “Aber all die Menschen auf der Erde…”
“Alles nur Du. Verschiedene Inkarnationen von Dir.”
“Warte. Ich bin alle!?”
“Jetzt hast Du es.” sagte Ich mit einem gratulierenden Klaps auf den Rücken.
“Ich bin jeder Mensch der jemals gelebt hat?”
“Oder der jemals leben wird, ja.”
“Ich bin Abraham Lincoln?”
“Und du bist auch John Wilkes Booth.” fügte ich hinzu.
“Ich bin Hitler?” fragtest Du entsetzt.
“Und die Millionen die er umgebracht hat.”
“Ich bin Jesus?”
“Und jeder der ihm gefolgt ist.”
Du fielst in Stille.
“Jedesmal, wenn Du jemanden schikaniert hast,” sagte ich “hast Du Dich selber schikaniert. Jeden Akt der Freundlichkeit, hast Du dir selber getan. Jeder glückliche und traurige Moment der jemals von einem Menschen erfahren wurde, wurde von Dir erfahren.”
Du dachtest eine lange Zeit nach.
“Warum?” fragtest Du mich. “Warum das alles?”
“Weil Du eines Tages, wie ich sein wirst. Weil es das ist, was Du bist. Du bist einer von meiner Art. Du bist mein Kind.”
“Whoa,” sagtest Du, skeptisch. “Du meinst, ich bin ein Gott?”
“Nein. Noch nicht. Du bist ein Fötus. Du wächst noch. Wenn Du jedes menschliche Leben der gesamten Zeit gelebt hast, wirst Du genug gewachsen sein, um geboren zu werden.”
“Also ist das gesamte Universum… es ist nur ein…”
“Ein Ei.” antwortete Ich. “Jetzt ist für Dich an der Zeit, dein nächstes Leben zu leben.”
Und ich schickte Dich auf Deinen Weg."

Freitag, Juli 29, 2016

Pokémon GO

Derzeit ist gerade fast weltweit der Pokémon GO Hype ausgebrochen. In vielen Städten rennen Leute mit ihrem Handy herum und spielen zu jeder Tages- und Nachtzeit auf öffentlichen Plätzen und Straßen.

Der Künstler HEROBIN hat dazu ein Bild gemacht. Mit freundlicher Genehmigung darf ich es hier bringen.

Donnerstag, Februar 18, 2016

anders

Moonlight Primosten.
(foto: icks)
anders

mir ist so anders
als mir war
als mir noch nicht
so anders war

wie war dir denn
als dir noch nicht
so anders war
wie eben jetzt

als mir noch nicht
so war wie jetzt
war mir ganz anders
bis zuletzt

wann war zuletzt
daß dir noch nicht
so anders war
wie eben jetzt

immer war mir
bis knapp zuvor
ganz anders
ohne übergang
- Ernst Jandl, peter und die kuh

wunderbar

Sei wild und frech und wunderbar.
(foto: icks, stencil im Burgtor, Graz)

Sonntag, Januar 24, 2016

Gedankenverbrecher

Verschwörungstheoretiker
ist der neue
Gedankenverbrecher.

Frei nach 1984, George Orwell.
(artist: Reinhard Sock, idee: icks)
(CC BY-NC-SA 3.0)

Samstag, Januar 16, 2016

...über den angepaßten Menschen


Heute eine Videoauschnitt (Essential) eines Interviews mit Erich Fromm.
Hier das Videotranskript:
"Die Normalsten sind die Kränkesten und die Kranken sind die Gesündesten. Das klingt geistreich oder vielleicht zugespitzt, aber es ist mir ganz ernst damit, es ist keine witzige Formel. Der Mensch, der krank ist, der zeigt, dass bei ihm gewisse menschliche Dinge noch nicht so unterdrückt sind, dass sie in Konflikt kommen mit den Mustern der Kultur und dass sie dadurch, durch diese Friktion, Symptome erzeugen.
Das Symptom ist ja wie der Schmerz nur ein Anzeigen, dass etwas nicht stimmt. Glücklich der, der ein Symptom hat. Wie glücklich der, der einen Schmerz hat, wenn ihm etwas fehlt. Wir wissen ja, wenn der Mensch keinen Schmerz empfinden würde, wäre er in einer sehr gefährlichen Lage.
Aber sehr viele Menschen, das heißt die Normalen, die sind so angepasst, die haben so alles, was ihr Eigen ist, verlassen, die sind so entfremdet, so Instrumente, so robothaft geworden, dass sie schon gar keinen Konflikt mehr empfinden. Das heißt, ihr wirkliches Gefühl, ihre Liebe, ihr Hass, das ist schon so verdrängt oder sogar so verkümmert, dass sie das Bild einer chronischen leichten Schizophrenie bilden.
[Schnitt]
[---] dass der Mensch, wie das Marx auch gesagt hat, seine Geschichte macht. Der sagte einmal, die Geschichte tut gar nichts, sie kämpft keine Kämpfe und sie gewinnt keine Schlachten. Es ist der Mensch, der alles tut.
Dieser Mensch aber wird beeinflusst von seiner Umgebung und zwar nicht nur im Sinne der französischen Aufklärungsphilosophie, der Umgebung oberflächlich gesehen, sondern der Struktur der Gesellschaft, in der er lebt, die eine Tendenz hat, nämlich seine psychischen Energien so zu gestalten, dass der Mensch das gerne tut, was er tun muss, damit diese Gesellschaft in ihrer speziellen Form existieren kann"

Freitag, Dezember 18, 2015

Makel

Es sind die Kleinigkeiten, die Nebensächlichkeiten und die Makel,
die das Leben lebenswert machen.
(foto+artwork: icks)

Mittwoch, Dezember 09, 2015

Was es ist

Heute ein "Gedicht Essential" und ein "Song Essential".

Was es ist
Es ist Unsinn
sagt die Vernunft
Es ist was es ist
sagt die Liebe
 
Es ist Unglück
sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz
sagt die Angst
Es ist aussichtslos
sagt die Einsicht
Es ist was es ist
sagt die Liebe
 
Es ist lächerlich
sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig
sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich
sagt die Erfahrung
Es ist was es ist
sagt die Liebe
Quelle: Erich Fried "Es ist was es ist. Liebesgedichte, Angstgedichte, Zorngedichte", Berlin 1996

Meine derzeitige Hymne:

Lyrics aus dem Song (Ausschnitt):
MIA - Was es ist
Ich fühle, wie sich alles wandelt und wie ich selber ändern kann,
was mich beengt in meinem Leben - denn mit Ändern fängt Geschichte an.
Fragt man mich jetzt, woher ich komme, tu' ich mir nicht mehr selber Leid.
Ich riskier' was für die Liebe - ich fühle mich bereit.
Und die schwarze Nacht hüllte uns ein.
Mein roter Mund will bei dir sein.
In diesem Augenblick, es klickt, leuchtet uns ein heller Tag:
 
Es ist, was es ist, sagt die Liebe - was es ist, fragt der Verstand.
Wohin es geht, das woll'n wir wissen - und betreten neues Land.
Es ist, was es ist, sagt die Liebe - was es ist, sagt der Verstand.
Ich freu' mich auf mein Leben - mache frische Spur'n in den weißen Strand.

Freitag, November 27, 2015

Unglaublich.

Es wird scho bald dumper

Damals hatten sogar die Kinder Strapse an...
Komische Zeiten waren das...


Astrid Lindgren rockt und so.
inspired by YASMO: Wut im Bauch - Danke dafür :). Montags bin ich oft in Wien..

Mittwoch, November 25, 2015

Meine, Deine, Unsere Revolution

Meine, Deine, Unsere Revolution.
(foto und artwork: icks, gesehen im Grazer Stadtpark)

subtil:
  • Synonyme: diffizil, dornig, fein, knifflig, komplex, kompliziert, langwierig, mühsam, problematisch, scharfsinnig, schwer, schwierig, sorgsam, spitzfindig, steinig, unübersichtlich, verflochten,vertrackt, verwickelt, verzwickt, zart
  • ist Synonym von: fein, kompliziert, langwierig, schwierig, vertrackt
  • wird referenziert von: fein, genau, minuziös, scharfsinnig, schwierig, sorgsam, spitzfindig, zart

Freitag, September 04, 2015

Escape, before it’s too late


Okay! Yes! We’re bored! We’re all bored now! But has it ever occurred to you, Wally, that the process that creates this boredom that we see in the world now may very well be a self-perpetuating, unconscious form of brain-washing, created by a world totalitarian government based on money? And that all of this is much more dangerous than one thinks? And it’s not just a question of individual survival, Wally, but that somebody who’s bored is asleep, and somebody who’s asleep will not say “no”? See, I keep meeting these people, I mean, uh, just a few days ago I met this man whom I greatly admire, he’s a Swedish physicist, Gustav Björnstrand? And he told me that he no longer watches television, he doesn’t read newspapers and he doesn’t read magazines. He’s completely cut them out of his life, because he really does feel that we’re living in some kind of Orwellian nightmare now, and that everything that you hear now contributes to turning you into a robot!

And when I was at Findhorn, I met this extraordinary English tree expert, who had devoted his life to saving trees. He just got back from Washington, lobbying to save the redwoods? He’s eighty-four years old and he always travels with a back-pack ’cause he never knows where he’s gonna be tomorrow! And when I met him at Findhorn he said to me: “Where are you from?” And I said: “New York.” He said: “Ah, New York! Yes, that’s a very interesting place. Do you know a lot of New Yorkers who keep talking about the fact that they want to leave but never do?” And I said: “Oh, yes!” And he said: “Why do you think they don’t leave?” I gave him different banal theories. He said: “Oh, I don’t think it’s that way at all.” He said: “I think that New York is the new model for the new concentration camp, where the camp has been built by the inmates themselves, and the inmates are the guards, and they have this pride in this thing they’ve built, they’ve built their own prison. And so they exist in a state of schizophrenia, where they are both guards and prisoners. And as a result they no longer have, having been lobotomized, the capacity to leave the prison they’ve made, or to even see it as a prison. And then he went into his pocket and he took out a seed for a tree, and he said: “This is a pine tree.” He put it in my hand and he said: “Escape, before it’s too late”

You see, actually, for two or three years now Chiquita and I have had this very unpleasant feeling that we really should get out. No, we really should feel like Jews in Germany in the late thirties? Get out of here! Of course, the problem is where to go, ’cause it seems quite obvious that the whole world is going in the same direction. You see, I think it’s quite possible that the nineteen-sixties represented the last burst of the human being before he was extinguished. And that this is the beginning of the rest of the future now, and that from now on there’ll simply be all these robots walking around, feeling nothing, thinking nothing. And there’ll be nobody left almost to remind them that there once was a species called a human being, with feelings and thoughts. And that history and memory are right now being erased, and soon nobody will really remember that life existed on the planet!


Film "My Dinner with Andre."

Samstag, August 15, 2015

Dornröschen

Liebe Leute,
nun wissen wir, dass wir in irgendeiner Form des Dornröschen-Schlafes feststecken. Walt Disney und Co haben in unseren Gehirnen verankert,  dass wir auf den Prinz warten, der uns wach küsst.

Das ist das Dornröschen, dass sich selber aufgeweckt hat (artwork: Luna)
Jetzt sag ich euch aber etwas. Spitzt eure Ohren.
Der Prinz wird nicht kommen!
Wir müssen uns verdammt noch mal selbst wach küssen!
Dang!
Gute Nacht...

Dienstag, Juli 07, 2015

Minderwertiger Bauchredner oder Wie ich für kurze Zeit rausgerissen werde

Nach langer Zeit von kultureller Abstinenz, ging ich mal wieder ins Theater - ins Puppentheater!

F. ZAWREL – ERBBIOLOGISCH UND SOZIAL MINDERWERTIG von Nikolaus Habjan.

Ein persönlicher Erlebnisbericht.

Naja, was soll ich sagen. Ich geh ins Pfarrhaus von Feldkirchen bei Graz. Vor mir sitzen ein paar Einheimische mit einer Flasche Weißwein und Gläsern. Die Dame erzählt, sie hat schon von diesem Habjan gehört, er sei ein berühmter Bauchredner. 
Hmmm... 
Das Stück beginnt. Einfaches Bühnenbild - weiße aber verschmutzte Leintücher, Tisch und Stühle.  

Habjan kommt auf die Bühne und steckt seine Hand in den Kopf einer Puppe. Ungefähr 1-2 Minuten dauert es bei mir, in denen ich realisiere, dass dies kein Bauchredner ist. In dieser Zeit schaue ich noch, wie Habjan spricht und spielt und was da überhaupt passiert. 

Doch dann reißt mich seine Puppe aus meinem Alltagskoma. 

Zack! Ein Sprung ins kalte Wasser. Zawrel und Habjan nehmen mich auf eine Reise mit. Eine Reise aus Emotionen wie unaussprechlicher Trauer und Wut, aber trotzdem auch von unglaublicher Lebensfreude und Mut. Eine Zeitreise mit einem Zeitzeugen der die Geschichte Österreichs vom Anschluß 1938 bis jetzt erlebt hat. Ich werde mit reiner und unverfälschter (un)Menschlichkeit konfrontiert. Gedanken die mir durch den Kopf gehen: Menschliche Kälte, Grausamkeit, Opportunismus, Selbstbetrug, Manipulation, Verdrängung, soziale Brutalität, Geschichtsverzerrung, Seilschaften der Eliten, Rückgratlosigkeit von Politikern. 
Aber vor allem Hoffnung und irgendwie auch Optimismus! 
Wenn dieser Zawrel trotz dieser Umstände so voller Lebensfreude und Humor sein kann. Und er so er selbst bleiben kann. Dann können das andere unter den jetzigen Umständen vielleicht auch. 

Und ich traue es mich fast nicht sagen. Aber. Dann kann ich das auch!

Ich habe gehört, dass Habjan nach vielen Interviews mit Zawrel (nicht lange vor dessen Tod) dieses Stück geschrieben hat. Das Stück soll nur aus Zitaten aus diesen Interviews bestehen. Die Puppen sind selbst gemacht.

Auf jeden Fall schaffen diese Puppen und auch Habjan (er spielt selbst mit) es, mich für einige Zeit aus der Fernseh-, Konsum-, und Flachmediengleichgültigkeit aufzuwecken. Am liebsten würde ich während des Stücks so richtig weinen, doch ich gestehe mir nur ein paar kleine Tränen auf meinen Wangen zu.

Das Stück endet mit diesem Gedicht von Erich Fried.
Was geschieht

Es ist geschehen und es geschieht nach wie vor und wird weiter geschehen, wenn nichts dagegen geschieht. 
Die Unschuldigen wissen von nichts, weil sie zu unschuldig sind und die Schuldigen wissen von nichts, weil sie zu schuldig sind. 
Die Armen merken es nicht, weil sie zu arm sind und die Reichen merken es nicht, weil sie zu reich sind. 
Die dummen zucken die Achseln, weil sie zu dumm sind und die Klugen zucken die Achseln, weil sie zu klug sind. 
Die Jungen kümmert es nicht, weil sie zu jung sind und die Alten kümmert es nicht, weil sie zu alt sind. 
Darum geschieht nichts dagegen und darum ist nichts geschehen und geschieht nach wie vor
und wird weiter geschehen, wenn nichts dagegen geschieht.
Standing Ovation.

Doch die Frau, die von Habjan schon gehört hatte, meint lapidar "Ich glaube, dieser Habjan hört sich gern reden".
Hmmm.
Ich bleibe noch ein bisschen sitzen. Und ich weiß, ich habe einen Auftrag.




 PS: Das Stück gibt es jetzt auf DVD!

friendly reminder...

...as seen in Vienna. Thank you, can not see it too often.

wake up.   (stencil graffiti, Vienna, Foto: icks). 
Don't hesitate, just do it!   (graffiti, Vienna, Foto: icks).

Montag, Juni 29, 2015

Papa des Monats

Eine McDonald's Werbung kommt mit "Papa des Monats" auf unseren Straßen. Der Vater bringt seinen Kids ein Happymeal. Ich finde er ist der "faule, unethische Sack des Monats".
Adbusting der McDonald's Werbung. (icks.at)





Montag, Juni 22, 2015

Graz trauert

Es folgt ein Leserbrief von Sarah Ulrych, der am 23.06.2015 in der Kleinen Zeitung erschienen ist. Dieser Leserbrief spricht mir aus der Seele. 
Vielen Dank geht an Sarah - vor allem für den Brief - aber auch, dass ich ihn hier veröffentlichen darf.
Möchte meine schützenden Hände über sie legen
Es geht mir nicht gut. Es geht mir ganz und gar nicht gut. Ich bin von ganzem Herzen traurig. Zwei Themen, die verbunden sind, beschäftigen mich und wie ich höre, sehe und lese, so viele. Ich spüre eine Stimmung in diesem Land, diesem Kontinent, dieser Zeit, die ich beängstigend finde.
Pauschal als Kriminelle vorverurteilt

Politiker sprechen davon, („schlechte“) Menschen in Militärflugzeuge zu stecken, um die Schreie bei der Abschiebung anderen, („guten“) Menschen nicht zuzumuten. Menschen flüchten aus ihren Heimatländern und suchen Schutz bei uns und werden pauschal als Kriminelle vorverurteilt, ihre Anwesenheit als Frechheit und ausnützen des „Schmarotzerparadieses“ Österreich empfunden.

Nicht von allen, vielleicht noch nicht einmal von vielen, ich weiß, und das macht mir auch Hoffnung. Vorgestern ist eine Katastrophe über meine Heimatstadt hereingebrochen. Mein Graz und so viele Mitmenschen wurden verletzt, die Wunden werden bleiben.

Die Nachbarn meiner Mutter

Nachbarn meiner Mutter. Ein Ehepaar, das mit seinen Kindern vor ein paar Jahren aus Afghanistan nach Österreich geflüchtet ist. Die Frau hatte schlimme Verletzungen und ein tief sitzendes Trauma erleiden müssen, sie hatte oft Angst, das Haus zu verlassen. Am Samstag hat sie es mit ihrem Mann verlassen, um einkaufen zu gehen. Sie trug ein Kopftuch, plötzlich rast ein Auto daher, erfasst ihren Mann – kurz, der rappelt sich auf und als er einen Mann mit einem Messer aus dem Auto steigen sieht, wirft er sich über seine Frau. Er und sie erleiden jeweils um die siebzehn Messerstiche.

Diese Familie hat für mich gebetet

Diese Familie hat in meiner schwersten Zeit für mich gebetet, hat mir Blumen ins Krankenhaus geschickt, war für meine Mutter da, als mein Vater gestorben war und hat beim Rauftragen der Einkäufe geholfen. Und es tut mir so unglaublich weh, dass diese Frau so etwas in ihrer neuen

Heimat, unserer Heimat, erleben musste. Ich würde so gerne meine schützenden Hände über die geschundenen Seelen und Körper halten können.

Als ich die Nachricht über die Amokfahrt gehört habe, war einer meiner ersten Gedanken „um Himmelswillen, lass es keinen Ausländer sein“. Das war wirklich eine meiner ersten Ängste, dass es ein Mitbürger mit Migrationshintergrund ist und dass jetzt auch bei uns die Asylantenheime brennen werden.

Schreibtischtäter auf Facebook

So weit hat mich die Stimmung schon gebracht, dass ich mir diese Gedanken mache. Das Posting von Strache hat mich nicht überrascht. Die Reaktionen darauf, haben mich nicht überrascht. Wir sind alle Schreibtischtäter und facebook bietet uns den Schlachtplatz. Wenn wir als Gesellschaft, als Gemeinschaft, unsere humanistischen, menschenrechtlichen Werte und Ideale leben, wenn wir so massiv agieren und helfen würden, wie wir schimpfen und zetern, dann hätte ein HC Strache keine Chance. Und ich könnte dieses dumme Posting von ihm so ignorieren, wie es es verdient hat.

Vorbild durch meine Taten sein

Ich will nicht kämpfen, weder mit Worten und schon gar nicht mit mehr. Ich will durch meine Taten helfen zu verhindern, dass Menschen Schlimmes widerfährt, ich will durch meine Taten helfen, dass Menschen, die in unserem Land Schutz suchen, Schutz bekommen und sich gut einleben können, ich will durch meine Taten Vorbild sein und hoffe, dass viele diesen Weg mitgehen.

Eine FPÖ und ein HC Strache kann uns nichts anhaben, wenn wir geschlossen für unsere Werte einstehen. Der Mensch der Samstag Graz für immer verändert hat, war ein psychisch erkrankter Mensch. Solche Taten wird man nie voraussehen und verhindern können.

Ich will nicht hetzen

Die Trauer bleibt. Aber wir können für eine neue Stimmung in diesem Land sorgen, wir können alle unseren Teil beitragen, können in Flüchtlingsheimen mithelfen, können uns informieren und richtige Informationen über Asylwerber, deren finanziellen Anspruch oder deren Migrationsgründe unter die Menschen bringen, können als Mentoren, Flüchtlingen beim Kennenlernen unseres Landes helfen und so vieles mehr, anstatt gegen eine Partei zu wettern. Ich will nicht hetzen, in keine Richtung. Ich bin so tieftraurig und so voller Hoffnung.

Mittwoch, Juni 03, 2015

Kollektive psychische Verschmutzung

Der Fluss.
(foto: icks, Nepal-Kathmandu)
Die Verschmutzung des Planeten ist nur die Spiegelung im Außen von einer psychischen Verschmutzung im Inneren, ein Spiegel für die Millionen von unbewussten Menschen, die keine Verantwortung für ihren inneren Raum übernehmen.
Eckhart Tolle, Jetzt! Die Kraft der Gegenwart (book essential!)

Siehe auch einen älteren Blogeintrag:
http://cultsub.icks.at/2013/11/kollektive-psychose.html

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